Schwerindustrie

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Schwerindustrie – schon der Name klingt gewaltig. Und auch einige in der Ausstellung gezeigten Objekte beeindrucken durch ihre Masse und schiere Größe.

Seit Jahrtausenden versucht der Mensch, Metall aus der Erdkruste zu gewinnen und dieses zum eigenen Nutzen zu verarbeiten. Doch erst mit der Industriellen Revolution konnten Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie im großen Stil und mit effektiven Techniken betrieben werden – die Schwerindustrie war geboren. Sie umfasst Branchen mit einem sehr hohen Aufwand an Kapital, Arbeit, Grund und Boden, Anlagen und Gebäuden. Fortan lieferte sie das nötige Material zum Bau von Schiffen, Eisenbahnen, Brücken, Hochhäusern – und für die florierende Rüstungsindustrie.

Ab den 1950er-Jahren begannen sich dann die volkswirtschaftlichen Verhältnisse in den Industriestaaten grundlegend zu verändern. Der Arbeitsmarkt wird seither von der Konsumgüterindustrie und dem Dienstleistungssektor dominiert. Man schuftet heute in Mitteleuropa kaum mehr im Bergwerk, sondern sitzt am Computermonitor, statt der Stechuhr gelten fließende Arbeitszeiten, anstatt am Hochofen zu schwitzen, verdient man sein Geld oft in klimatisierten Großraumbüros.

Angesichts dieser rasanten gesellschaftlichen Entwicklung ist der Blick auf die Schwerindustrie umso spannender. Sie selbst mag historisch sein, doch steht ihre Bedeutung für die moderne Welt außer Frage. Nach wie vor ist Stahl der wichtigste Werkstoff weltweit. Auch deshalb liegt der Schwerpunkt dieser Ausstellung, neben dem Bergbau, auf der Metallerzeugung und -verarbeitung in großindustriellen Strukturen.
Ein besonderes Highlight ist der LD-Tiegel, das wichtigste und größte Objekt der Ausstellung.

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